Einschreibeoptionen
In den Bildungsstandards für das Fach Deutsch heißt es emphatisch, dass Schüler:innen „die in literarischen Werken enthaltenen Herausforderungen und Fremdheitserfahrungen kritisch zu eigenen Wertvorstellungen, Welt- und Selbstkonzepten in Beziehung setzen“ (KMK 2012, 19) können. Ein politisch-kritischer Literaturunterricht ist wichtig, damit Kinder und Jugendliche aktiv an demokratischen Prozessen teilnehmen, sich informieren, Meinungen bilden und auch extremistischen Ansichten entgegenwirken können: Sie sollen am Ende ihrer Schulzeit als emanzipierte Subjekte dazu in der Lage sein, selbstbestimmt zu handeln. Kritisches Lesen bedeutet dabei die bewusste oder unbewusste Problematisierung des Textes, des:r Autors:in und des eigenen Standpunktes vor, während oder nach einer Textlektüre. Damit eine Ideologiekritik möglich ist, müssen Schüler:innen eine gewisse Distanz zum Text einnehmen.
Ein Drittel der Seminarzeit besteht aus der Reflexion der theoretischen Prämissen des kritischen Lesens und seinen historischen Wurzeln in der Frankfurter Schule und im Bremer Kollektiv sowie in gegenwärtigen Debatten rund um die Lesehaltung. Zwei Drittel nehmen dann Anwendungen auf exemplarischen Texten und Medien rund um die Diskursknoten Rassismus, Gender, Ökologie und KI ein. Die Primär- und Sekundärtexte werden in der ersten Seminarsitzung bekanntgegeben.
- Trainer/in: Timo Rouget