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Lektürekurs: Tristan Gottfrieds von Straßburg
Hannah Semrau – semrau@em.uni-frankfurt.de
donnerstags 18 – 20 Uhr, IG-Farben-Haus Raum 251 (Campus Westend)
Module: GER B-1.3 | LA: L3 FW 2.3

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Tristan und Isolde von Gottfried von Straßburg, mit der Fortsetzung von Ulrich von Türheim.
Erste Hälfte 13. Jahrhundert. Staatsbibliothek München, BSB Cgm 51, fol 79r (Zum Digitalisat).



Die Lektürekurse dürfen von Bachelorstudierenden erst nach dem Bestehen der Klausur zur Einführung in die ÄdL belegt werden, GER B 1.1. und GER B 1.2. müssen zuvor erfolgreich abgeschlossen sein.

Lehramtsstudierende der Module L1-FW 4.1, L2-FW 4.1, L5-FW 4.1 können den Kurs hingegen ohne Voraussetzungen belegen.

Die Essay-Klausur wird am letzten Seminartermin im Semester, 16. Juli 2026, geschrieben.


Vor Semesterbeginn ist die Seminarlektüre – Tristan Gottfrieds von Straßburg – in der Reclam-Ausgabe zu erwerben. Die Forschungsliteratur wird Ihnen im Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt.

Der Lektürekurs widmet sich einem der bedeutendsten Werke der mittelhochdeutschen Literatur: dem Tristan-Roman Gottfrieds von Straßburg, entstanden um 1210 und bis heute ein Schlüsseltext europäischer Liebesdichtung. Gottfrieds kunstvoll gestaltete, fragmentarisch überlieferte Fassung des Tristan-Stoffs erzählt die Geschichte eines der berühmtesten Liebespaare der Weltliteratur – Tristan und Isolde –, deren leidenschaftliche und zugleich zerstörerische Liebe seit dem 12. Jahrhundert in zahlreichen Versionen zirkulierte. Im Zentrum steht die gemeinsame Lektüre, Analyse und Interpretation des Romans, der die Lebensgeschichte Tristans entfaltet: seine außergewöhnlichen Anlagen als höfischer Ritter, seine Herkunft als Waise, seine Entführung und die Bewährungsproben, die schließlich zu seiner Identitätsfindung führen. Ein dramatischer Wendepunkt ist die Brautwerbung um die irische Königstochter Isolde, die Tristan im Auftrag seines Onkels und zukünftigen Rivalen, König Marke, unternimmt. Durch den versehentlich eingenommenen Minnetrank bereits untrennbar miteinander verbunden, geraten Tristan und Isolde in eine Dreiecksbeziehung, die nicht nur das höfische Gefüge gefährdet, sondern unweigerlich in den tragischen Tod der Liebenden führt. 


Das Seminar beleuchtet zentrale Themen des Textes: höfische Identität und gesellschaftliche Normen, Minnekonzeptionen und das Verständnis leidenschaftlicher Liebe, Ehe und Begehren, Lügen und List, Doppelgängertum, Wiederholungs- und Verdoppelungsstrukturen sowie allegorische und narratologische Verfahren. Ebenso wird die Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte des Tristan-Stoffs mit seinen verschiedenen Bearbeitungen berücksichtigt. Ziel des Seminars ist es, den literarischen, kulturellen und historischen Kontext des Tristanromans zu erschließen, Gottfrieds kunstvolle Erzählarbeit sichtbar zu machen und die vielfältigen Forschungsfragen nachzuvollziehen, die dieses außergewöhnliche Werk bis heute aufwirft.

Primärtext (vorab zu erwerben):

Gottfried von Straßburg: Tristan. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Nach dem Text von Friedrich Ranke neu hg., ins Neuhochdeutsche übers., mit einem Stellenkommentar und einem Nachwort von Rüdiger Krohn, Bd. 1 u. 2: Text, Bd. 3: Kommentar, Stuttgart 2017 (Reclams Universal Bibliothek 4471-4473).


Einführende Sekundärliteratur zur Vorbereitung ist über die UB verfügbar:
Schulz, Monika: Gottfried von Straßburg: Tristan, Stuttgart 2017. (digital als PDF)
Huber, Christoph: Gottfried von Straßburg: Tristan, 3. Auflage, Berlin 2013. (ausleihbar)

Selbsteinschreibung (Teilnehmer/in)
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