Lernbaustein II: Geographie
Einführung
Perspektive des Frankfurt-Dreiecks: Technologisch-mediale Strukturen & Funktionen

Quelle: Eigene Darstellung (Melanie Lauffenburger) CC BY-SA 4.0
Um an den fächerübergreifenden Lernbaustein anzuknüpfen, ist auch der geographische Lernbaustein inhaltlich auf den Israel-Palästina-Konflikt ausgerichtet. Aus geographischer Perspektive fokussieren wir uns mit Blick auf digitale Souveränität nun jedoch auf das Phänomen digitaler Karten. Wie zuvor der Hashtag, werden diese nun ins Zentrum des Frankfurt-Dreiecks gestellt und aus technologisch-medialer Perspektive betrachtet. Hinweis: Die Wahl des Fachs Geographie in Verbindung mit der ersten, technologischen Perspektive des Frankfurt-Dreiecks, ist an dieser Stelle exemplarisch zu sehen. Ebenso könnten andere fachliche bzw. digitale Aspekte ins Zentrum gestellt werden.
Der Israel-Palästina-Konflikt zeichnet sich vor allem durch seine hohe Komplexität aus. Der Kern der Auseinandersetzung ist der konkurrierende Anspruch um das Gebiet zwischen dem Fluss Jordan und dem Mittelmeer, wie der bereits betrachtete Hashtag #fromtherivertothesea deutlich werden lässt. Aus geographischer Perspektive wird der Konflikt im Rahmen dieses Lernbausteins als geopolitischer Raumkonflikt betrachtet. In der kommunikativ-medialen Darstellung des Raumkonflikts spielen Karten als Kommunikationsformate der konkurrierenden Gebietsansprüche und der damit verbundenen Legitimationsversuche der Siedlungspolitik(en) der beteiligten Akteure eine große Rolle. Dabei fällt jedoch auf, dass die unterschiedlichen Parteien des Konflikts verschiedene Karten entwerfen und verwenden. Die Karten konstruieren demnach Räume, die wiederum “Artefakte von gesellschaftlichen Konstruktionsprozessen sind” (Wardenga, 2002 S. 9). Dieser Lernbaustein verfolgt deshalb das Ziel, Karten als subjektive Konstrukte zu erfassen und diese zu dekonstruieren. Dazu müssen die Interessen der Akteure hinten den Karten (Einzelpersonen, Institutionen) sowie die Gestaltungsmittel der Karten (Sprache, Symbolik, Generalisierung, Auslassungen) hinterfragt werden (Analyse, Interpretation, Reflexion). Dies knüpft an den Begriff Raum als Konstrukt nach Wardenga (ebd.) und die Fähigkeit zur Reflexion von Raumwahrnehmung und -konstruktion als Teil der räumlichen Orientierungskompetenz der Bildungsstandards im Fach Geographie an (DGfG, 2020). Demnach sollen Lernende mithilfe von Karten erläutern können, dass Räume nur individuell und selektiv wahrgenommen werden und Raumvorstellungen immer konstruiert sind (ebd.).

Quelle: Eigene Darstellung (Melanie Lauffenburger) CC BY-SA 4.0
Basislektüre
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DEUTSCHE GESELLSCHAFT FÜR GEOGRAPHIE e.V. (DGfG) (Hrsg.) (2020): Bildungsstandards im Fach Geographie für den Mittleren Schulabschluss. Mit Aufgabenbeispielen. Bonn.