Das Seminar ist Teil eines gleichnamigen Projekts der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg (UB JCS) und ihrer einzigartigen Hebraica- und Judaica-Sammlung anlässlich des Festjahres zu 1700 Jahre jüdisches Leben im deutschsprachigen Raum. Ausgangspunkt des Festjahres ist die erstmalige urkundliche Erwähnung von Jüdinnen und Juden im Jahr 321.

Das Projekt nähert sich der vielschichtigen und vielstimmigen Geschichte deutsch-jüdischen Lebens anhand von 17 exemplarischen Motiven, welche ausgehend von den Sammlungsbeständen der UB JCS vorgestellt werden. Motive werden dabei nicht im engeren Sinne nur bildlich verstanden, sondern gründen auf Ereignissen der deutsch-jüdische Geschichte, auf kulturellen und sozialen Praktiken, die jüdisches Leben prägen, aber auch auf bedeutenden jüdischen Textzeugnissen. Ein Beispiel wäre das Motiv „Kalender (Luah)“, das sowohl für das gedruckte Werk und den Alltagsgegenstand steht als auch für ein zeitliches Ordnungskonzept, für den jüdischen Kalender und das jüdische Jahr. Andere Motive sind Wohltätigkeit (Zedaka), Erinnern (Zikkaron) oder auch Maccabi, der Name vieler jüdischer Sportvereine, der an einen antiken Mythos erinnert.

Die 17 Motive geben den inhaltlichen Rahmen des Projekts vor, das formal aus verschiedenen Elementen besteht: dem Projektseminar, in dem Studierende digitale Beiträge zu deutsch-jüdischen Kultur und Geschichte erarbeiten sowie aus einer Webpräsenz, öffentlichen Vorträgen und einer Ausstellung.

Im Projektseminar beschäftigen sich die Teilnehmer*innen ausgehend von den 17 Motiven mit der deutsch-jüdischen Kultur und Geschichte, lernen relevante Bestände der UB JCS kennen und erkunden die Orte jüdischen Lebens in Frankfurt (http://www.juedisches-frankfurt.de). Ausgehend hiervon erarbeiten die Teilnehmer*innen digitale Beiträge zu einzelnen Motiven und ausgewählten Beständen der UB JCS und ggf. anderen Sammlungen der Goethe-Universität. Diese Beiträge sollten zum Abschluss des Seminars auf der Webpräsenz des Projekts sowie der Online-Plattform der Sammlungen (http://sammlungen.uni-frankfurt.de) veröffentlicht werden. Mögliche Formate sind Textbeiträge ähnlich eines Blogposts, Videoformate, Stories oder Threads in Sozialen Medien (z.B. Twitter, Instagram). Parallel zum Seminar wird an der UB JCS eine Ausstellung konzipiert, in welche die Ergebnisse des Seminars einfließen sollen. Die Seminarteilnehmer*innen werden in die Konzeptions- und Gestaltungsprozesse einbezogen und damit an verschiedene Präsentationsformate herangeführt.