Diskussionsforum: Fragen, Kommentare und Anregungen zu den Vorlesungen

Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Frederike Middelhoff -
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Am Beispiel weiblicher Träumender in E.T.A. Hoffmanns Prosa skizzierte Ricarda Schmidt die Vielfalt der Traumfunktionen in Hoffmanns Texten sowie deren diskursive Kontexte im Spannungsfeld von aufklärerischer Traumforschung, Literatur, Kunst, Oper und romantischer Anthropologie. Warum, wie und mit welchen Konsequenzen weibliche Figuren bei Hoffmann träumen, ist dabei nie eindeutig oder eindimensional, sondern von Text zu Text und Traum zu Traum unterschiedlich. Nennen Sie zwei bis drei in der Vorlesung thematisierte Traumdarstellungen und ihre Effekte.

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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Sascha Müller -
Zum einen wurden die Träume von Auguste und Maria in Der Magnetiseur genannt, anhand derer Hoffmann die Gefahren der Traummanipulation darstellt. Auguste wird durch das Eindringen in ihren Traum manipuliert, sodass sie von ihrer Liebschaft zu einem italienischen Offizier ablässt. Maria gerät ebenso in ein derartiges (durchaus geschlechtercodiertes) Machtverhältnis, dass sich durch die Traummanipulation mittels Hypnose ergibt. Als weiteres Beispiel für weibliches Träumen bei Hoffmann wird Marie in Nussknacker und Mäusekönig genannt. Ihre Träume haben Märchencharakter: Sie enthalten die Metamorphose unbelebter Dinge, phantastische Kreaturen und verwischen die Grenzen zwischen Mensch und Tier. Das Erzählen der Traumwelten wird immer wieder mit dem Rationalismus der Eltern kontrastiert. Der Traum wird mit einer Binnenhandlung verknüpft, indem das vom Paten Droßelmeyer erzählte Märchen die von Marie erträumte Schlacht zwischen Puppen und Mäusen wiederaufgreift. Schmidt zufolge handelt es sich um die Geschichte eines phantasiebegabten Kindes und weniger um Pubertät und das Erwachsenenleben, auch wenn einige Motive darauf hindeuten könnten.
Insgesamt, so Schmidt, gehe es Hoffmann bei seinen Traumdarstellungen nicht um das Entwickeln einer festen Form, sondern um das Erproben und Ausloten unterschiedlicher Konstellationen in feinen Abstufungen.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Tim Hainz -
Ricarda Schmidt nennt als Beispiele für die Vielfalt der Traumfunktionen bei E.T.A. Hoffmann die Texte Der Magnetiseur und Der unheimliche Gast, der als Gegenstück zum ersten Text gelesen werden kann. Denn während sich bei Maria in Der Magnetiseur eine Disposition abzeichnet, sich zum eigenen Schutz einem starken Mann unterzuordnen, was schlussendlich in eine Katastrophe führt, erinnert der unheimliche Graf Angelika an einen Alptraum. Die Begegnung wird nicht als Erlösung erlebt, sondern als äußere Gewalt, gegen die sie sich wehrt. Unterstützung enthält sie von einer lieblichen Stimme, die sie mit ihrem Geliebten Moritz identifiziert. Der Graf versucht als Magnetiseur in die Gedanken von Angelika einzudringen, was ihr Geliebter Moritz allerdings rechtzeitig verhindern kann und damit Angelika rettet. Während es bei Maria zum Ende der Geschichte ein Blutbad gibt, stirbt hier nur der Graf. 

Laut Schmidt ist es die psychische Disposition und die frühere Erfahurng der Figuren, die den Ausgang der Geschichte maßgeblich bestimmt. Während Maria durch ihre Disposition in eine Abhängigkeit zum manipulativen Alban gerät, wehrt sich Angelika erfolgreich gegen ihren Magnetiseur. Der Effekt des Traumes in Der Magnetiseur kann als Warntafel gelesen werden. Der unheimliche Gast hingegen endet für die weibliche Träumende positiv. Die Effekte der Träume können bei Hoffmann bis hin zum Idyllischen reichen, vor allem, wenn sie als Märchen- oder Fantasiewelten dargestellt werden, wie dies bei Nußknacker und Mausekönig der Fall ist.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Laura Franz -

So wie Frauen in der Literatur immer wieder Gegenstand in Träumen von Männern sind, so drehen sich die Träume weiblicher Figuren Hoffmanns um Männer und verhandeln ihr Verhältnis zu jenen. Dabei werden in manchen Fällen soziale Zustände entlarvt, solche in denen sich Männer Frauen zu eigen machen und über sie herrschen, ermöglicht über die magnetisch hypnotische Kraft des Traums.

Das zeigt sich beispielsweise an Auguste aus Der Magnetiseur. Ihre Traumdarstellung offenbart die Manipulation des Magnetiseurs, die er auf sie ausübt, indem er in ihre Träume eindringt, sie also in einem Zustand völliger Wehrlosigkeit beeinflusst: Er versucht in nächtlichen Erzählungen einer Liebesgeschichte Augustes Liebe für ihn hervorzurufen. Das führt dazu, dass Auguste tatsächlich Gefühle für diesen Mann und eine Abhängigkeit zu diesem entwickelt. Sie verliert daraufhin die emotionale Bindung zu dem Offizier, in den sie verliebt war; sie wird wankelmütig. Ihre Handlungen im Wachzustand und ihre Liebe zu diesem anderen Mann scheinen ihr nach den nächtlichen Erzählungen des Magnetiseurs falsch, d.h. sie zweifelt an ihren zuvor als wahr angenommenen Gefühlen und verwirft diese und damit auch Teile ihrer Selbstwahrnehmung. Der Effekt dieser Traumdarstellung zeigt sich im Sichtbarwerden einer fehlenden Erkenntnisfähigkeit der Frau, die nicht imstande ist zu erkennen, dass ihr plötzlicher Gesinnungswandel auf eine Traummanipulation zurückzuführen ist. Auguste ist verblendet und sieht nicht, dass sie der Traum nicht zu ihrem wahren Selbst zurückgebracht hat – wie sie annimmt – sondern sie davon entfernt hat. Auguste lebt fortan in ihrer aus scheinbarer Liebe eingegangen glücklichen Ehe – ohne zu wissen, dass das Fundament dieser Liebe in einem eigennützigen – als wohltätig herausgestellten – Akt einer Schlafhypnose gründet.

Marias Traumimaginationen aus Der Magnetiseur hingegen sind erst einmal positiv. Sie träumt von der Liebe eines jungen Mannes, der sich ihrer annimmt. Hinzu tritt allerdings ihr Glaube, dass das Erfahren von Schutz und Rettung durch einen starken Mann eine Unterordnung vor demselben erfordert. Alban, der Mann den sie aus ihren Träumen zu erkennen glaubt, ist ein kalter Machtmensch, sodass Maria in seiner Gegenwart Angst, Furcht, Grauen und Entsetzen empfindet. Ihre Abhängigkeit zu Alban ist also mit einer tödlichen Gefahr verbunden. Über diese ist sie sich im Gegensatz zu Auguste im Klaren, doch diese Einsicht schützt Maria nicht. Immer noch ist Maria in der sie beherrschenden Beziehungsstruktur gefangen und kann sich nicht (mithilfe ihrer Erkenntnis) von Alban lossagen, geschweige denn ihr Verständnis von Liebe und Männern transformieren. Marias Traumdarstellung symbolisiert dementsprechend ihre psychische Unterwerfungsbereitschaft.

Bei Aurelie aus Die Elixiere des Teufels skizziert Hoffmann eine andere Traumfunktion. Hier zeichnet er den erotischen Traum als Ventil über welches das Unbewusste der Schlafenden in den Vordergrund und damit in das Bewusstsein der Träumerin gerückt wird. Aurelies sexuelles Begehren im Traum wurzelt in der aufklärerischen Traumforschung, nach der die Inhalte des Traums häufig in Untugenden und frevelhafte Begierden bestanden. 



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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Grace Evans -

Ricarda Schmidt setzte in ihrer Vorlesung unter anderem einen Fokus auf das Träumen als Folge magnetischer Manipulation und bezog sich dabei auf die Texte „Der Magnetiseur“ und „Der unheimliche Gast“. Schmidt argumentierte zunächst, dass Hoffmann den Traum in „Der Magnetiseur“ verwendet, um die Gefahren des Machmissbrauchs eines Magnetiseurs hervorzuheben. Getrieben von seinem Machtbestreben manipuliert Alban Auguste und Maria zu fatalen Konsequenzen. Zwar erscheint Alban in Marias Traum als „romantischer König“, er entpuppt sich jedoch als kalt und machtsüchtig. Mittels der Traummanipulation stellt Alban eine solche Abhängigkeit Marias zu ihm her, dass diese, auch nachdem sie Albans wahres Gesicht erkennt, keinen Ausweg findet. Am Ende der Erzählung stirbt ein gesamter Familienzweig an den Konsequenzen der Magnetisierung, Hoffmann beschrieb, laut Schmidt, seine Autorenrolle selbst als die eines Massakisten. Der Traum in „Der Magnetiseur“ fungiert somit als Warntafel. 

Um darzustellen, wie unterschiedlich die Funktion von Träumen in Hoffmanns Werk von Text zu Text sein kann, präsentierte Schmidt in einem nächsten Schritt ihre Interpretation von „Der unheimliche Gast“ und las den Text als Gegenstück zu „Der Magnetiseur“. Zwar ähneln sich die träumenden Charaktere beider Texte sehr, so Schmidt, sie träumen jedoch auschlaggebend verschieden. Während Alban in Marias Traum als positive Erscheinung, als Erlöser und Retter vorkommt, handelt es sich bei Angelikas Traum um einen Alptraum. Nicht als Erlösung, sondern als Gefahr imaginiert sie den Mann, was erheblichen Einfluss auf die unterschiedlichen Handlungen beider Texte hat. In Kontrast zu „Der Magnetiseur“ hat „Der unheimliche Gast“ ein Happy End. Schmidt zeigte somit die unterschiedlichen Funktionen der Manipulation durch den Traum auf: einerseits als Warntafel, andererseits als Vermittlung poetischer Gerechtigkeit. 

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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Roxanne Helene Frach -
Anhand Hoffmanns Erzählung 'Der Magnetiseur' erläuterte Ricarda Schmidt wie eine äußere Kraft in Gestalt eines Magnetiseurs ins Unterbewusstsein der Träumerinnen eindringt und dieses manipuliert. Die Absicht des Magnetiseurs ist, dass die Träumerinnen ihre Liebe einen bestimmten Mann widmen. So dringen Theobalds nächtliche Erzählungen in Augustes Bewusstsein ein und sie empfindet schließlich innigste Liebe für diesen. Die Liebe, die sie eigentlich für einen italienischen Offizier empfindet, erscheint ihr schließlich im Kontrast zu ihrer Liebe für Theobald als falsch. Der Leser weiß, dass Augustes Empfindungen auf der Traummanipulation beruhen. Maria reagiert auf Augustes Geschichte mit einer Ohnmacht und erkennt ihre eigene Situation wieder. Im Gegensatz zu Auguste empfindet Maria die Abhängigkeit von Alban als Gefahr. Nichtsdestotrotz verspürt sie Liebe zu ihrem Verlobten, sodass sie sich nicht von ihm lossagen kann. Dazu trägt auch der Glaube bei, dass sie sich einem starken Mann unterordnen muss, um von diesem geschützt zu werden. Die Geschichte endet mit einem Blutbad. Der Traum fungiert hier als Warntafel.
Ricarda Schmidt interpretierte die Erzählung 'Der unheimliche Gast' als Gegenstück zu der ersten. Angelika imaginierte die Begegnung mit einem Mann nicht als Erlösung wie Maria, sondern als Gewalterfahrung. Sie wehrt sich gegen den Einfluss des Magnetiseurs und wird schließlich vor dem Grafen gerettet, sodass es dieses Mal zu einem Happy End kommt. Anhand der beiden Erzählungen wird deutlich, dass die psychische Disposition sowie die früheren Erfahrungen der Figuren einen Einfluss auf die Traumwirkung haben.
Hoffmanns Erzählung Nussknacker und Mäusekönig hat hingegen einen komplett anderen Effekt. Maries Träume finden ohne magnetischen Einfluss statt. Stattdessen haben sie einen Märchencharakter. Maries Träume folgen dem Märchenmuster vom Helden, der gegen fantastische Gegner kämpfen muss und bei bestandenen Gefahren belohnt wird. Der Effekt der Traumsequenzen geht hier ins Idyllische über.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Paula Johanna Kiesewetter -
Ich möchte den Beiträgen meiner Kommilitonen und Kommilitoninnen noch das Bespiel mit Hermenegilda in E.T.A. Hoffmanns "Das Gelübde" anfügen:
Die Erzählung, die 1817 erschienen ist, gehört eher zu den unbekannteren Werken Hoffmanns und ist der Zeit des polnischen Unabhängigkeitskampfes verortet. Interessant für die Vorlesung über die Traumfunktion in Hoffmanns Texten, ist die Figur Hermenegilda. Sie kann im Laufe der Erzählung nicht mehr zwischen Wirklichkeit und Traum unterscheiden. Sie heiratet den Bruder von Stanislaus und vollzieht mit diesem auch die Ehe. In einer späteren Szene schildert Hermenegilda dann, wie sie mitten auf dem Schlachtfeld Stanislaus geehelicht und dieser unmittelbar danach gefallen sei, weshalb sie fortan als trauernde Witwe leben wolle. Dieser Traum sowie der Ring und die Schwangerschaft werden für sie als Wirklichkeit angenommen. Ihr Ruf ist damit aber dahin, da sie nun als psychisch Kranke dargestellt wird, da sie anscheinend nicht zwischen Traum und Wirklichkeit differenzieren kann.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Vanessa Kranz -
Ricarda Schmidt geht in ihrem Vortrag vor allem auf die Träume von den weiblichen Figuren Auguste und Maria aus E.T.A. Hoffmanns Werk der Magnetiseur ein.
Weit verbreitet ist, dass die Frauen Teil der Träume von Männern sind, aber Hoffmann verwirklich auch einige träumende Mädchen in seinen Werken. Aber auch bei den jungen weiblichen und vor allem unverheirateten Figuren Hoffmanns drehen sich ihre Träume meist um Männer. Die Figuren Auguste, Maria und Angelika haben die Gemeinsamkeit, dass sie im Schlaf hypnotisiert werden, um ihre Liebe einem bestimmten Mann entgegen zu bringen. Der große Unterschied zwischen Maria und Auguste ist jedoch, dass es sich bei Maria um pubertäre träume handelt, in denen sie von einem starken Mann verführt werden möchte, während Auguste davon träumt wie sie vergewaltigt wird. So zeichnet sich in Marias träumen also ihre Unterwerfungsbereitschaft wieder, während sich in Augustes Traum, welcher eher an einen Alptraum erinnert, ihre Angst widergespiegelt wird.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Anabell Brkic -
In Hoffmanns Die Elixiere des Teufels erfüllt der Traum der Figur Aurelie die Funktion eines Spiegels und damit der Bewusstwerdung ihres unbewussten sexuellen Begehrens in Bezug auf den Mönch. Diese Traumdarstellung lehnt sich diskursiv unter anderem an die aufklärerische Traumforschung an. So argumentiert Davidson etwa, dass „[d]er Inhalt des Traumes […] auch oft aus Untugenden, frevelhaften Begierden und Lastern aller Art“ bestünde und, dass „[i]n Träumen […] oft der sanfteste Karakter von wilden Begierden gepeinigt, das unschuldigste veschämteste Mädchen von schamlosen Begierden hingerissen […]“ werde (S. 137). Das erotische Begehren eines Mönches, der bekanntlich dem Zölibat verpflichtet ist, ist in die Reihe jener „schamlosen Begierden“, von denen bei Davidson die Rede ist, einzuordnen.

Maries Träume in Nußknacker und Mäusekönig haben hingegen idyllischen Märchencharakter. Die trauminternen Handlungen folgen dem Märchenmuster vom Helden und seiner Helferin, Marie, die gemeinsam furchteinflößende Gestalten bekämpfen. Ihre Träume zeichnen sich durch die Verlebendigung unbelebter Dinge und die teils fantastische Anthropomorphisierung genuin tierischer Figuren aus. Durch die Einbettung ihrer Träume in einen Wechsel der Realitätsebenen verschmelzen die Realitäts- und die Traumebene miteinander. Dies hat zur Folge, dass es für die RezipientInnen schwierig ist, zu unterscheiden, ob hier ein Übergang vom Tagtraum zum Alltag oder aber ein Wechsel vom Tagtraum zum Märchen stattfindet.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Jonas Bulla -
Ricarda Schmidt analysiert die Traumdarstellung verschiedener weiblicher Figuren bei Hoffmann beginnend mit Auguste und Maria aus „Der Magnetiseur“, die in ihren pubertären Träumen vom männlichen Magnetiseur manipuliert werden. Anschließend vergleicht Schmidt diese Träume mit Angelikas Traum in „Der unheimliche Gast“. Der Vergleich zeigt, dass in beiden Geschichten über Magnetiseure literarische Muster zum Ausdruck kommen, die sich jedoch voneinander unterscheiden. Wird in „Der Magnetiseur“ am Ende noch ein poetisches Exempel statuiert, indem der ganze Familienzweig stirbt, so ist das Ende in „Der unheimliche Gast“ wesentlich milder. Statt eines poetischen Exempels wird hier poetische Gerechtigkeit ausgeübt, indem nur der manipulative Magnetiseur stirbt. Darüber hinaus antizipiert Angelikas Traum von zwei Männern Julias Traum aus „Der Kater Murr“. Neben diesen Träumen geht Ricarda Schmidt auch auf die erotischen Träume von Aurelie in „Die Elixiere des Teufels“ ein. Dabei sind Aurelies Träume im diskursiven Kontext von Schauerromanen, aufklärerischer Traumforschung und romantischen Traumvorstellungen zu sehen. Im Gegensatz zu Aurelies Träumen, haben die Träume von Marei aus „Nussknacker und Mäusekönig“ einen märchenhaften Charakter.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Anna Gunjaca -
Marias Abhängigkeit vom Magnetisör wird ihr bewusst. Zwiespalt von Abhängigkeit und Liebenden. Sie sieht die Abhängigkeit als Sklavin, einer Ohnmacht gleich. Auch Einsicht bringt sie nicht von ihm fort.
Angelika: Psychsiche Unterwerfungsbereitschaft ist bei ihr schon vorher vorhanden. Amiginiert eine Vergewaltigung im Traum. Dabei wird sie von einem jungen Degen unterstützt, welcher sie retten will. Moritz scheint als ihr Retter, gruseliger Graf als Vergewaltiger. Neigung zum Grafen durch magentische Hypnose im Traum, nach Moriitz angebelichen tot. Er rettet herrschaft des Grafs über angelika und graf stirbt.
Bei ihr sind Motive von schützenden und bedrohenden Männern oft Ausdruck der Träume.
Träume Aurelias: Aufklärerisch von sexueller Fantasien. Traumerleben und Wachleben vermischen sich miteinander. Dadurch scheint sich ihre Psyche noch weiter in den Traum zu manifestieren. Frühkindliche Erfahrung: Psychologischer Traum und romantischer Traum werden miteinander verknüpft. Begehren im Traum und entdecken von sexuellem Begehren im Wachzustand und gestalten den Traum sowie das Wachleben. Es animiert den Leser Träume auszumalen. Keine bewusstlos in sich selbstlebende Frau. Sie scheint so aurklärerisch und romantisch zugleich zu sein. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sie weder als ohnmächtige noch handelnde Person charackterisiert wird.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Melike Balekoglu -
Ich fand die Traumdarstellungen der Aurelie in "Die Elixiere des Teufels" und der beiden Maries in "Der Magnetiseur" und "Nussknacker und der Mäusekönig" sehr interessant. So treten die Frauen bei Hoffmann entsprechend als Musen auf. Aurelie erlebt mit ihren erotischen Träumen eine Begierde, in das sie sich aber nicht hineinbegeben will. Sie sieht es als Untugend, welches nicht in die gesellschaftlichen Konventionen passt und daher als verwerflich angesehen wird. Währenddessen ist bei Marias Träumen in "Der Magnetiseur" ein Verlangen für eine dominante Unterwerfung eines starken und gut gekleideten Mannes zu erblicken. Dies demonstriert erneut das Klischee einer Frau, welche keine Unabhängigkeit aufweist und von einem starken Mann gerettet werden will. Des Weiterem ist ein besonderer Effekt der Verschmelzung zwischen Realität und Fantasie anhand der Träume von Marie aus "Nussknacker und der Mäusekönig" zu erkennen. Diese Träume versetzen sowohl den Protagonisten als auch den Rezipienten in die Irreführung. So sind verschiedene Erlebnisse aus den mutmaßlichen Träumen mit Komponenten der Realität gleichzustellen, welche für die weitere Entwicklung der Marie verantwortlich sind.
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Re: Frage 7 zur Vorlesung von Ricarda Schmidt

by Delphine Donie -
Die Traumdarstellung der Aurelie in "Die Elixiere des Teufels" thematisiert weibliches Begehren, welches mit Scham behaftet ist. Realität und Traum stehen im Gegensatz zueinander und lassen Aurelie nach dem Erwachen nicht los. Der unschickliche Aspekt der geistlichen Figur, die von ihr sexualisiert wird, lösen bei ihr Vorwürfe aus. Der prophetische Aspekt tendiert zum romantischen Traum, das Frevelhafte an der Liebe zu einem Kapuziner Mönch gepaart mit einer unschuldigen Mädchenfigur, die an ihren "schandhaften Gedanken" zu zerbrechen scheint, weist eine aufklärerische Traum Deutung auf.
In " der Magnetiseur" sieht Maria in Alban die Figur aus ihrem Traum, zu der sie sich hingezogen fühlt. Maria gerät durch ihren Traum in eine Abhängigkeit zu Alban. Sie will sich seinem Willen unterwerfen.