Abschnittsübersicht
-
Insbesondere seit den 1990er Jahren hat sich mit Blick auf (meist) kleinere Sprachgruppen in vielen Teilen der Welt eine Richtung innerhalb der Sprachwissenschaft entwickelt, die sich mit dem Verschwinden von Sprachen befasst. Vorläufer reichen allerdings deutlich weiter zurück. Es kommen hier verschiedene Gesichtspunkte zusammen, die schon im Titel dieser Sektion aufscheinen. Besonders dramatisch formuliert ist dies in den Arbeiten zum Thema "Sprachtod". Daran wird deutlich, wie sehr dieser gesamte Bereich von metaphorischer Sprache durchzogen ist. Da Sprachen ja keine lebenden Organismen (bzw. Spezies) sind, können sie auch nicht im eigentlichen Sinne sterben. Richtig ist aber auch, dass dieses metaphorische Verständnis von aussterbenden Sprachen eine rege Aktivität katalysiert hat. Zu nennen sind:- Die Zusammenarbeit von Sprachaktivist*innen und -wissenschaftler*innen zur Frage der Möglichkeit der Revitalisierung- Die Dokumentationslinguistik (inklusive solcher Programme wie dem Endangered Languages Documentation Programme der Rausing Foundation, aber auch bestimmter Förderlinien innerhalb bspw. der Volkswagenstiftung.
Es geht in der heutigen Sitzung um zentrale Fragen in diesem Bereich. Wie bemisst man eigentlich die „Vitalität“ einer Sprache? Welche Verantwortung trägt man als sprachbeschreibende*r oder ‑dokumentierende*r Linguist*in arbeitet? Mit anderen Worten, wie ist es um Partizipation bestellt? Was kann, darf oder sollte man tun, wenn man mit Sprecher*innen bedrohter Sprachen arbeitet?
-
2010 erscheint auch ein Beitrag von zwei Mitgliedern des SIL, in dem sie ein erweitertes Modell zum Assessment von Vitalität von Sprachen vorstellen.
-
Es geht in dieser Aufgaben darum, verschiedene Sprachen in der Language Cloud zu finden bzw. zu verorten. Die Language Cloud versucht in zwei Dimensionen den Vitalitätsstatus von Sprachen zu fassen. Eine Dimension ist die "number of speakers", eine weitere die Einordnung in das EGIDS.
Ich bitte darum, dass jede von Ihnen zwei Sprachname einträgt und in wenigen Stichpunkten etwas dazu sagt, was den "Bedrohungsstatus" oder auch die "Robustheit" dieser Sprache ausmacht.
Versuchen Sie bitte, insbesondere Sprachen zu finden, die an den unterwarteten Rändern der Wolke liegen, also solche mit vielen Sprecher*innen, aber dennoch schwachem Ausblick laut EGIDS. Und natürlich umgekehrt: Welche Sprachen finden Sie, die wenige Sprecher*innen aufweisen, aber dennoch als "gesund" erscheinen? Zwei links zur Hilfe
-
Here you can find the information (QR Code, URL) for the evaluation that will be open between 10-12 o'clock on Thu 19 Jan.